Weidenrinden-Tinktur

Heute habe ich meine erste Tinktur in 2019 angesetzt. Mit Bäumen, die noch keine Blätter tragen, kenne ich mich nur bedingt aus. Aber Trauerweiden gibt es hier bei uns am Main wirklich viele. Die Weide liebt es am Wasser zu leben.

Die frische geernteten Weidenruten habe ich von der Rinde befreit und in Stücke geschnitten.

Die Rindenstücke habe ich in eine Glas gegeben und mit Alkohol (z.B. Weizenkornschnaps) aufgefüllt. Nun muss das Ganze 4-6 Wochen an einem warmen Ort ziehen. Dann werde ich die Tinktur abfiltern und in ein dunkles Fläschen füllen. Die Tropfen können innerlich und äußerlich als Umschläge angewendet werden. Anwendungsgebiete und Kontraindikationen siehe im Kurzportrait „Weide“

Weide

Name – Botanischer Name Familie
Weide (Silber-Weide) – Salix alba Weidengewächse – Salicaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Salizylalkoholderivate (pflanzliches Aspirin), Gerbstoffe, Kaffeesäure, Flavonoide Rinde: Der Salizylgehalt der ca. 450 Weidenarten (ca. 25 Arten in Deuschland) schwankt erheblich. Die rotrindigen Weiden enthalten wohl mehr Salizyl. Die Rinde wird im Februar geerntet. Blätter: Roh vor der Faserbildung in kleinen Mengen essbar
Wirkweise Botanik
Ein Aufguss oder die Tinktur aus der Rinde kann bei leichten fieberhaften Erkältungs- und Infektionskrankheiten und akuten und chronischen Schmerzen mit Erfolg eingesetzt werden. Die Weiden bevorzugen feuchte Standorte wie Flussufer, Bachränder und Auwälder. Sie kommen als Bäume und Sträucher vor, können bis zu 20 Meter hoch werden. Aus einem stark verzweigten Wurzelwerk gedeiht raschwüchsig der Baum oder Strauch mit rutenförmigen, biegsamen Ästen. Die Blätter sitzen wechselständig und sind lanzettförmig. Weiden sind zweihäusig. Ihre beliebten männlichen Blüten sind die „Kätzchen“. Die grünlicheren, weiblichen Blüten sind schlanker und verströmen Honigduft. Blütezeit: März bis Mai.  
Zubereitung Sonstiges
Tinktur: Geschälte Rindenstücke in ein Glas geben, mit Weizenkornschnaps auffüllen und vier Wochen an einen sonnigen Ort stellen. Innerlich und äußerlich einsetzbar. Tee: Der Tee aus den Rindenstücken ist sehr bitter, da er sehr viele Gerbstoffe enthält.   Innerlich nicht für Schwangere, Säuglinge, Kinder und Menschen, die Blutverdünnungsmittel nehmen geeignet.  
Kommission E: Positivmonografie für fieberhafte Erkrankungen, rheumatische Beschwerden, Kopfschmerzen  

Cyanotypie – Blaudruck

(Bericht enthält unbezahlte Werbung)

Im praktischen Teil meiner Wild- und Heilkräuterprüfung sollten wir uns ein Pflanzen – Thema ausdenken, z.B. ein Gedicht oder eine Geschichte über ein Wildkraut, ein Bild malen, ein neues Rezept ausprobieren….

Nach längerem Überlegen habe ich mich für die Cyanotypie entschieden. Die Prüfung ist nun schon eine Weile her, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, einen Beitrag dazu zu schreiben. Es ist ein tolles Thema, ein „Sonnenthema“ sozusagen. Irgendwie passt es gerade in die trübe graue Januar – Zeit. Auf der Seite „Edeldruck.org“ hat Jochen Schulte das Verfahren sehr genau beschrieben. Zusammengefasst funktioniert die 1842 von John Herschel erfundene Cyanotypie folgendermaßen: Auf lichtempfindliches Spezialpapier (ich habe es bei Manufactum entdeckt) wird ein beliebiger Gegenstand gelegt und ca. 5 – 10 Minuten der prallen Sonne ausgesetzt. Anschließend wird das Papier in Wasser sozusagen „entwickelt“. Für meine Abschlussarbeit habe ich die (für mich) wichtigsten heimischen Wildkräuter gepresst und anschließend mit der beschrieben Technik sozusagen fotografiert:

Getrocknete Pflanze wird auf dem Papier fixiert!
Nach dem Belichten mit Sonnenlicht ist das Papier weiß
Nach dem Entwickeln mit Leitungswasser…

Destillieren von Holz

Der Begriff „Palo Santo“ entstammt dem Spanischen und bedeutet nichts anderes als „Heiliges Holz“ (Palo = Holz, santo = heilig). Dadurch erklärt sich auch, warum in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Hölzer als Palo Santo bezeichnet werden. So wird z.B. das verwandte Verawood (Bulnesia sarmentoi), Guajak-Holz, Adlerholz, Lignum vitae oder mit Copal-Harz durchtränktes Holz etc. als Palo Santo bezeichnet.

Von welchem Baum mein Palo Santo Holz stammt? Keine Ahnung! Eigentlich hatte ich mir das Holz zum Räuchern gekauft, jetzt aber gelesen, dass es sich auch zum Destillieren eignest. Zum Destillieren habe ich mit einem Schnitzmesser Späne geschnitten. Diese habe ich ca. 12 Stunden im Erlenmeyerkolben des Destillationsgerät eingeweicht. Die Destillation kam recht schnell in Gange, leider war die Ausbeute recht bescheiden, ca. 7 ml !!! Auch der Geruch ist bislang eher unangenehm. Ich hoffe, dass der Geruch sich nach einigen Wochen noch bessert.

ACHTUNG: Das Glas lässt sich nur schwer reinigen, da der Holzstaub sehr fest am Glas „anbackt“.

Wirkung: Geborgenheit, Heilung, Würde, Schutz

Destillieren – Limettenschale

Nachdem ich mich in der Weihnachtszeit mit dem Färben mit Pflanzenfarben beschäftigt habe, dachte ich bei dem trüben Januar-Wetter brauche ich eine kleine Aufheiterung mit gutem Aroma. Beim Destillieren riecht das Haus (meistens ;)) so wunderbar. Ich habe in meinen Büchern zum Thema Hydrolate (Nr. 31,32,33) geblättert und die Wirkungen „belebend, stimmungsaufhellend und erfrischend“ habe mich dazu bewogen drei Bio-Limetten zu kaufen.

Färben – Malen mit Sojamilch

In meinem Bericht „Kein Beizen mit Sojamilch“ habe ich beschrieben, dass das Benetzen vom Färbegut (egal ob Baumwolle, Wolle oder Holzkugeln) mit verdünnter Sojamilch die Farbaufnahme deutlich verbessert. Ihr solltet den Stoff einige Tage ruhen lassen bevor ihn färbt. Ich habe es nach dieser Anleitung von Rebecca Desnos (*klick*) versucht.

Nach gut einer Woche habe ich die Stoffe mit Tee (schwarz), Avocado und Eukalyptus + Eisenwasser gefärbt. Die Farbunterschschiede sind in echt etwas deutlicher als auf dem folgenden Bild. Insbesondere der graue Stoff hat es mir angetan. Die Versuche gehen weiter…

Färben mit Pflanzen – Kein Beizen mit Sojamilch –

Ich habe die freien Tage genutzt, mich noch intensiver mit dem „Färben mit Pflanzen“ zu beschäftigen. Ich habe euch ja schon berichtet, dass ich die beiden e-Books von Rebecca Desnos mit Begeisterung gelesen und ihre Anleitungen getestet habe. Allerdings kam mir die Bezeichnung „Beizen mit Sojamilch“ schon gleich etwas irreführend vor. Leider findet man in der Literatur und im Internet über das Färben von Stoffen mit Pflanzenzellen wie Baumwolle, Holz oder Leinen sehr wenig. Lediglich bei der Pflanzenfarben-Expertin Ulrike Bogdan „nemo ignorat“ bin ich diesbezüglich fündig geworden. Sie beschreibt das Vorbehandeln vor dem Färben mit Sojamilch als sogenannte „Verlackung“. Die Pflanzenzellen/Zellulosezellen“ werden mit der Sojamilch beaufschlagt. Es findet (natürlich) kein wirklich chemischer Prozess wie beim tatsächlichen Beizen statt. Interessant fand ich ihre Beschreibung, dass das Färbegut nach dem Benetzen mit eiweißhaltiger Milch und dem anschließenden Färben bis zu 12 Monate braucht, um auszuhärten!!! Wie ich schon im letzten Beitrag beschrieben habe, fordert das Färben mit Pflanzen die Geduld heraus.