Bärlauch – Saison

Auch wenn die Tage nicht nach Frühling aussehen, sprießt das Grün doch eifrig. Nachdem die Sperrung des Schlossparks in Rumpenheim wieder aufgehoben wurde, habe ich heute den ersten zarten Bärlauch im strömenden Regen geerntet. Wenn sich die jungen Blätter durch die welken Blätter am Boden schieben, ist tatsächlich Vorsicht geboten, dass man nicht aus Versehen falsche Blätter erntet. Oft steht der Bärlauch gemeinsam mit Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen. Bei uns wächst er neben dem Aronstab. Alle Teile dieser Pflanze einschließlich der roten Beeren sind giftig. Der Aronstab ist die Giftpflanze 2019. Ich empfehle, die geernteten Blätter zu Hause noch einmal zu überprüfen. Die Blätter sind sich nicht wirklich ähnlich, wenn sie allerdings ganz klein sind, kann es schon passieren, dass aus Versehen ein falsches Blatt in den Korb oder in den Beutel wandert.

links Bärlauch – rechts Aronstab

Bärlauch – Kurzportrait

Bärlauch – Radieschenblätter – Suppe

Bärlauch – Pesto

Bärlauch – Verreibung

Bärlauch – Quiche

Weidenrinden-Tinktur

Heute habe ich meine erste Tinktur in 2019 angesetzt. Mit Bäumen, die noch keine Blätter tragen, kenne ich mich nur bedingt aus. Aber Trauerweiden gibt es hier bei uns am Main wirklich viele. Die Weide liebt es am Wasser zu leben.

Die frische geernteten Weidenruten habe ich von der Rinde befreit und in Stücke geschnitten.

Die Rindenstücke habe ich in eine Glas gegeben und mit Alkohol (z.B. Weizenkornschnaps) aufgefüllt. Nun muss das Ganze 4-6 Wochen an einem warmen Ort ziehen. Dann werde ich die Tinktur abfiltern und in ein dunkles Fläschen füllen. Die Tropfen können innerlich und äußerlich als Umschläge angewendet werden. Anwendungsgebiete und Kontraindikationen siehe im Kurzportrait „Weide“

Weide

Name – Botanischer Name Familie
Weide (Silber-Weide) – Salix alba Weidengewächse – Salicaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Salizylalkoholderivate (pflanzliches Aspirin), Gerbstoffe, Kaffeesäure, Flavonoide Rinde: Der Salizylgehalt der ca. 450 Weidenarten (ca. 25 Arten in Deuschland) schwankt erheblich. Die rotrindigen Weiden enthalten wohl mehr Salizyl. Die Rinde wird im Februar geerntet. Blätter: Roh vor der Faserbildung in kleinen Mengen essbar
Wirkweise Botanik
Ein Aufguss oder die Tinktur aus der Rinde kann bei leichten fieberhaften Erkältungs- und Infektionskrankheiten und akuten und chronischen Schmerzen mit Erfolg eingesetzt werden. Die Weiden bevorzugen feuchte Standorte wie Flussufer, Bachränder und Auwälder. Sie kommen als Bäume und Sträucher vor, können bis zu 20 Meter hoch werden. Aus einem stark verzweigten Wurzelwerk gedeiht raschwüchsig der Baum oder Strauch mit rutenförmigen, biegsamen Ästen. Die Blätter sitzen wechselständig und sind lanzettförmig. Weiden sind zweihäusig. Ihre beliebten männlichen Blüten sind die „Kätzchen“. Die grünlicheren, weiblichen Blüten sind schlanker und verströmen Honigduft. Blütezeit: März bis Mai.  
Zubereitung Sonstiges
Tinktur: Geschälte Rindenstücke in ein Glas geben, mit Weizenkornschnaps auffüllen und vier Wochen an einen sonnigen Ort stellen. Innerlich und äußerlich einsetzbar. Tee: Der Tee aus den Rindenstücken ist sehr bitter, da er sehr viele Gerbstoffe enthält.   Innerlich nicht für Schwangere, Säuglinge, Kinder und Menschen, die Blutverdünnungsmittel nehmen geeignet.  
Kommission E: Positivmonografie für fieberhafte Erkrankungen, rheumatische Beschwerden, Kopfschmerzen  

Cyanotypie – Blaudruck

(Bericht enthält unbezahlte Werbung)

Im praktischen Teil meiner Wild- und Heilkräuterprüfung sollten wir uns ein Pflanzen – Thema ausdenken, z.B. ein Gedicht oder eine Geschichte über ein Wildkraut, ein Bild malen, ein neues Rezept ausprobieren….

Nach längerem Überlegen habe ich mich für die Cyanotypie entschieden. Die Prüfung ist nun schon eine Weile her, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, einen Beitrag dazu zu schreiben. Es ist ein tolles Thema, ein „Sonnenthema“ sozusagen. Irgendwie passt es gerade in die trübe graue Januar – Zeit. Auf der Seite „Edeldruck.org“ hat Jochen Schulte das Verfahren sehr genau beschrieben. Zusammengefasst funktioniert die 1842 von John Herschel erfundene Cyanotypie folgendermaßen: Auf lichtempfindliches Spezialpapier (ich habe es bei Manufactum entdeckt) wird ein beliebiger Gegenstand gelegt und ca. 5 – 10 Minuten der prallen Sonne ausgesetzt. Anschließend wird das Papier in Wasser sozusagen „entwickelt“. Für meine Abschlussarbeit habe ich die (für mich) wichtigsten heimischen Wildkräuter gepresst und anschließend mit der beschrieben Technik sozusagen fotografiert:

Getrocknete Pflanze wird auf dem Papier fixiert!
Nach dem Belichten mit Sonnenlicht ist das Papier weiß
Nach dem Entwickeln mit Leitungswasser…

Destillieren von Holz

Der Begriff „Palo Santo“ entstammt dem Spanischen und bedeutet nichts anderes als „Heiliges Holz“ (Palo = Holz, santo = heilig). Dadurch erklärt sich auch, warum in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Hölzer als Palo Santo bezeichnet werden. So wird z.B. das verwandte Verawood (Bulnesia sarmentoi), Guajak-Holz, Adlerholz, Lignum vitae oder mit Copal-Harz durchtränktes Holz etc. als Palo Santo bezeichnet.

Von welchem Baum mein Palo Santo Holz stammt? Keine Ahnung! Eigentlich hatte ich mir das Holz zum Räuchern gekauft, jetzt aber gelesen, dass es sich auch zum Destillieren eignest. Zum Destillieren habe ich mit einem Schnitzmesser Späne geschnitten. Diese habe ich ca. 12 Stunden im Erlenmeyerkolben des Destillationsgerät eingeweicht. Die Destillation kam recht schnell in Gange, leider war die Ausbeute recht bescheiden, ca. 7 ml !!! Auch der Geruch ist bislang eher unangenehm. Ich hoffe, dass der Geruch sich nach einigen Wochen noch bessert.

ACHTUNG: Das Glas lässt sich nur schwer reinigen, da der Holzstaub sehr fest am Glas „anbackt“.

Wirkung: Geborgenheit, Heilung, Würde, Schutz

Destillieren – Limettenschale

Nachdem ich mich in der Weihnachtszeit mit dem Färben mit Pflanzenfarben beschäftigt habe, dachte ich bei dem trüben Januar-Wetter brauche ich eine kleine Aufheiterung mit gutem Aroma. Beim Destillieren riecht das Haus (meistens ;)) so wunderbar. Ich habe in meinen Büchern zum Thema Hydrolate (Nr. 31,32,33) geblättert und die Wirkungen „belebend, stimmungsaufhellend und erfrischend“ habe mich dazu bewogen drei Bio-Limetten zu kaufen.

Färben – Malen mit Sojamilch

In meinem Bericht „Kein Beizen mit Sojamilch“ habe ich beschrieben, dass das Benetzen vom Färbegut (egal ob Baumwolle, Wolle oder Holzkugeln) mit verdünnter Sojamilch die Farbaufnahme deutlich verbessert. Ihr solltet den Stoff einige Tage ruhen lassen bevor ihn färbt. Ich habe es nach dieser Anleitung von Rebecca Desnos (*klick*) versucht.

Nach gut einer Woche habe ich die Stoffe mit Tee (schwarz), Avocado und Eukalyptus + Eisenwasser gefärbt. Die Farbunterschschiede sind in echt etwas deutlicher als auf dem folgenden Bild. Insbesondere der graue Stoff hat es mir angetan. Die Versuche gehen weiter…

Erle-Avocado-Granatapfel

Hier kommen meine Erfolge und Misserfolge beim Färben von Holzkugeln mit Pflanzen nach dem e-Book von Rebecca Desnos „Botanical Deys on Wood“ (unbezahlte Werbung)!

Einige Holzperlen/-kugeln wurden mit Sojamilch vorbehandelt. Ich habe die von Rebecca Desnos bevorzugten Pflanzen zum Färben getestet.

Erle

Mit Erlenzapfen zu Färben ist sehr einfach und geht schnell! Die Färbeflotte ist ruckzuck dunkel und die Holzkugeln und auch der Stoff hat die Farbe sehr schön angenommen, seht selbst:

Avocado

Das mit Avocado-Färben habe ich schon im letzten Jahr ausführlich beschrieben. Auch in diesem Jahr haben die Holzkugeln die Farbe gut angenommen.

Granatapfel

Im Februar hatte ich beim Färben mit Granatapfelschalen tolle Ergebnisse erzielt:

Dieses Mal habe ich die Schalen wahrscheinlich zu heftig kochen lassen, die Färbeflotte ist sehr dunkelbraun geworden. Mit einem Gasherd ist die Temperatur in meinem Minitopf leider schnell zu hoch!

Aber auf dem Bild kann man sehr gut erkennen, dass die oberen mit Sojamilch behandelten Kugeln, die Farbe besser angenommen haben.