Kategorie: Färben

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Meine Färbe – Experimente beschäftigen mich nach wie vor und ich habe auch noch viele Ideen. Wenn ich zu Hause bin, stehen oft ein oder auch zwei Töpfe auf dem Herd und brodeln vor sich hin. Im Netz wird zur Zeit sehr viel mit Avocado – Schalen und Kernen gefärbt. Klar, dass ich das dann auch mal ausprobieren wollte. Weiterlesen

Färben mit – Erle und Krapp

Aus Wurzeln und Rinden entstehen die haltbarsten Färbeergebnisse, jedoch ist die Farbe fest gebunden und muss der Pflanze sozusagen entlockt werden.

Erle

Mit Erlenzapfen zu färben ist einfach. Man wirft die Zapfen ins Wasser kocht sie lange, ich habe sie 1,5 Stunden gekocht. Dann fischt man die Zapfen wieder raus und gibt das Färbegut hinein. (Vorsicht bei Wolle: Die Färbeflotte immer kalt werden lassen und nur vorsichtig erhitzen, sonst verfilzt die Wolle!). Wenn du rostige Nägel dazu gibst wird das Ergebnis wohl noch sehr viel dunkler, das werde ich noch ausprobieren.

Krapp

Krapp ist eine sehr alte Färberpflanze. Die Wurzeln der eher unscheinbaren Pflanze färbt ein Orangerot. Das Krapppulver habe ich mir bei KräuterSchulte bestellt. Der Färbevorgang war der gleiche wie oben beschrieben.

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Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit Pflanzen – Rotkraut oder Blaukraut?

Meine Experimente mit dem Färben mit Pflanzen werden fortgesetzt. Ich hatte noch einen etwas älteren (schon labbrigen (dieses Wort habe ich noch nie geschrieben, aber es passt so gut)) Rotkraut im Kühlschrank. Das Kraut wird in Streifen geschnitten und mit dem vorgebeizten Stoff (oder Wolle) in einem Topf geschichtet. Anschließend habe ich den Topf mit Wasser gefüllt und über Nacht stehen gelassen.

Am nächsten Tag habe ich das Ganze ca. 2 Stunden auf der kleinst möglichen Flamme (ja, ich habe einen Gasherd) köcheln lassen. Und, oh Wunder! Das Ergebnis war… blau.

Warum? In der WELT wird das in der Rubrik „Wissenschaft für Kinder“ erklärt! Sehr lesenswert (und das mit der Schürze umbinden kann ich nur empfehlen, da ich mir ein weißes T-Shirt ruiniert habe!). Vielleicht habt ihr auch Lust Rotkrautsaft als Indikator zu testen.

Mir gefällt meine blaue Farbe jedenfalls sehr gut, sie wirkt allerdings auf den Bildern nicht so schön wie in echt. Das Bild ganz oben ist übrigens von einer früheren Färbeaktion, da habe ich die Färbeflotte nicht so lange gekocht und die Holzkugeln sind eher lila.

   

Ich habe mir ein Glas Rotkrautsaft aufgehoben und werde ein paar weitere Experimente durchführen.

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Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Meinen Färbeversuch mit Beinwell habe ich ja schon beschrieben. Wenn ihr Wolle oder Textilien färben möchtet, solltet ihr den Stoff vorher beizen.

Durch das Beizen nimmt der Stoff die Pflanzenfarbe besser an. Die Farben werden satter und halten sich besser.  Erst nach dem Beizen wird das Färbegut in die einzelnen Farben gegeben. Grundsätzlich sollte der Stoff, das Gewebe oder die Wolle sauber sein bevor ihr es beizt.

Beizen hört sich chemischer an als es ist. Folgende Beizen sind in der Literatur angegeben:

Alaun: Zur Gewinnung des gewöhnlichen Kalialauns wird schwach gebrannter, möglichst eisenfreier Ton mit 50 %iger Schwefelsäure in der Wärme behandelt. Dabei bildet sich unter Abscheidung von Kieselsäure ein Bestandteil des Alauns: Aluminiumsulfat, früher auch schwefelsaure Tonerde genannt. Nach dem Verdünnen mit Wasser und Entfernen des unlöslichen Rückstandes, der Kieselsäure, wird Kaliumsulfat hinzugesetzt, und das sich dabei als feines Pulver abscheidende »Alaunmehl« durch Umkristallisieren aus heißem Wasser gereinigt und in große Kristalle verwandelt. Quelle: chemie.de

Pottasche: Der Name Pottasche stammt von der alten Methode zur Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Pflanzenasche (meist Holzasche).

Weinstein: Weinstein ist ein Trivialname für Salze der Weinsäure. Sichtbar wird Weinstein bei der Lagerung von Wein oder Traubensaft, wo er auskristallisiert und sich vorwiegend am Boden des Gefäßes absetzt.

Soda ist Natriumcarbonat

Soja: Rebecca Desnos verwendet fast ausschließlich Soja als Beizmittel. Sie stellt die Sojamilch entweder selbst aus Sojabohnen her oder verwendet gekaufte (ungezuckerte) Sojamilch.

Ursula Stumpf hat ihn ihrem Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“  folgendes Rezept zum Beizen empfohlen:

„Um den Einsatz von Chemie möglichst gering zu halten, ist eine Mischung von gleichen Teilen Alaun, Soda, Weinstein und Pottasche empfehlenswert, zum Beispiel je 5 g für 100 g Stoff. Für die Beize empfiehlt sich eine etwa 15 % Lösung.“

Das habe ich ausprobiert.

Mischt die genannten Beizmittel miteinander und löst sie in ca. 2 Liter Wasser auf. Gebt den angefeuchteten Stoff oder die Wolle in das Wasser und bringt das Ganze ganz langsam (innerhalb einer Stunde) zum Kochen. Nun muss das Ganze eine weitere Stunde köcheln.

Dann lasst ihr den Topf über Nacht erkalten. Dann ist das gebeizte Material bereit zum Färben. Das Beizen mit Sojamilch beschreibe ich euch zu einem späteren Zeitpunkt.

Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Das Färben mit Pflanzen ist ein sehr altes, aber auch heute noch spannendes Thema. Bevor es im 19. Jahrhundert gelang, Farbstoffe synthetisch herzustellen, spielten pflanzliche Farbstoffe eine wichtige Rolle beim Färben von Geweben. Farbstoffe waren auch ein z.T. sehr wichtiges und kostbares Handelsgut. Im Mittelalter begann man in Europa, Färberpflanzen auf Feldern anzubauen. Die Farbgewinnung und -verarbeitung folgte dabei strengen Regeln, die durch die Handwerkszünfte aufgestellt und kontrolliert wurden.

Viele Kinder und somit auch viele Erwachsene werden schon mit Pflanzen gefärbt haben – nämlich beim Ostereierfärben. Eier lassen sich sehr gut und vor allen Dingen natürlich mit Rotkraut/Blaukraut, Brennessel oder Zwiebelschalen färben.

Es gibt zahlreiche Bücher über das Färben mit Pflanzen. Das schönste Buch was ich bislang zu diesem Thema gefunden habe, ist das eBook von Rebecca Desnos. Sie beschreibt ihre Färbeversuche so begeistert und sie hat so tolle Bilder gemacht, ich habe mir das eBook schon mehrfach durchgeblättert. Falls ihr auf Instagramm unterwegs seid, schaut euch mal unter „rebeccadesnos“ die wunderschönen Fotos an. Die beiden anderen Bücher „Meine – Pflanzenmanufaktur“ und „Natürlich Färben mit Pflanzen“, die ich mir gekauft habe, sind auch sehr lesenswert (und auf Deutsch). Da das Ergebnis beim Färben mit Pflanzen von so vielen Faktoren abhängt, ist das Experimentieren das eigentlich Tolle an dieser Tätigkeit.

Ich habe in den vergangen Winterwochen einige Färbeversuche mit den jetzt vorhanden Pflanzen gestartet und werde euch immer mal wieder davon berichten.

Beinwellwurzel

Ich hatte noch getrocknete, kleingeshredderte (im Thermomix) Beinwell-Wurzeln auf der Fensterbank liegen. Also dachte ich mir, probiere ich es doch einfach mal damit.

Wichtig ist, dass ihr alte Töpfe (ihr seht, meiner ist echt uralt – im Keller entdeckt) nehmt!!! Sie sind nämlich danach nicht mehr zum Kochen geeignet. Ich habe die Wurzelstückchen ungefähr eine Stunde gekocht. Je nachdem wie groß der Topf ist, müsst ihr immer mal wieder Wasser auffüllen, daher nicht zu weit weggehen ;). Dann habe ich die Holzkugeln dazu gegeben und nochmal eine Weile weitergekocht.  Zum Abschluss lasst ihr das Ganze ca. 24 Stunden ziehen.

Farbe: helles dunkelbraun (ja, tatsächlich!). Allerdings ist die Farbe nicht sehr intensiv.

Fazit: naja! Vielleicht noch einmal mit mehr Beinwell testen.