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Färben – Malen mit Sojamilch

In meinem Bericht „Kein Beizen mit Sojamilch“ habe ich beschrieben, dass das Benetzen vom Färbegut (egal ob Baumwolle, Wolle oder Holzkugeln) mit verdünnter Sojamilch die Farbaufnahme deutlich verbessert. Ihr solltet den Stoff einige Tage ruhen lassen bevor ihn färbt. Ich habe es nach dieser Anleitung von Rebecca Desnos (*klick*) versucht.

Nach gut einer Woche habe ich die Stoffe mit Tee (schwarz), Avocado und Eukalyptus + Eisenwasser gefärbt. Die Farbunterschschiede sind in echt etwas deutlicher als auf dem folgenden Bild. Insbesondere der graue Stoff hat es mir angetan. Die Versuche gehen weiter…

Erle-Avocado-Granatapfel

Hier kommen meine Erfolge und Misserfolge beim Färben von Holzkugeln mit Pflanzen nach dem e-Book von Rebecca Desnos „Botanical Deys on Wood“ (unbezahlte Werbung)!

Einige Holzperlen/-kugeln wurden mit Sojamilch vorbehandelt. Ich habe die von Rebecca Desnos bevorzugten Pflanzen zum Färben getestet.

Erle

Mit Erlenzapfen zu Färben ist sehr einfach und geht schnell! Die Färbeflotte ist ruckzuck dunkel und die Holzkugeln und auch der Stoff hat die Farbe sehr schön angenommen, seht selbst:

Avocado

Das mit Avocado-Färben habe ich schon im letzten Jahr ausführlich beschrieben. Auch in diesem Jahr haben die Holzkugeln die Farbe gut angenommen.

Granatapfel

Im Februar hatte ich beim Färben mit Granatapfelschalen tolle Ergebnisse erzielt:

Dieses Mal habe ich die Schalen wahrscheinlich zu heftig kochen lassen, die Färbeflotte ist sehr dunkelbraun geworden. Mit einem Gasherd ist die Temperatur in meinem Minitopf leider schnell zu hoch!

Aber auf dem Bild kann man sehr gut erkennen, dass die oberen mit Sojamilch behandelten Kugeln, die Farbe besser angenommen haben.

Färben mit Pflanzen -Färbeflotte-

Im letzten Beitrag habe ich das Beizen von Holzkugeln, -perlen mit Sojamilch beschrieben. Diese müssen nun 5-7 Tage ruhen, damit sich das Eiweiß der Sojamilch an die Holzfasern anlegen kann.

In dieser Wartezeit (schwer auszuhalten für Ungeduldige!) könnt ihr die Färbebäder, in der Fachsprache Färbeflotten genannt, herstellen. Ich habe mich zunächst an die Empfehlungen von Rebecca Desnos in ihrem neuen e-Book “ „Botanical Dyes on Wood“ gehalten und habe Avocadoschalen und -kerne, Eukalyptusblätter, Erlenzapfen und Granatapfel-Schale verwendet.

Diese Pflanzenteile habe ich jeweils in meinen Färbetopf gegeben und nur mit soviel Wasser bedeckt, dass die Schalen etc. gerade so unter Wasser waren. Dann wird das Ganze erhitzt und köchelt niedriger Hitze ca. 1 Stunde vor sich hin. Anschließend lasse ich die Färbeflotte über Nacht im Topf stehen. Am nächsten Tag werden die Pflanzenteile abgesiebt, das Wasser in ein Schraubdeckelglas gegeben, beschriftet und in den Kühlschrank gestellt. Fertig sind deine Farben!

Außerdem empfehle ich euch noch „Eisenwasser“ zum Färben herzustellen. Hierzu müsst ihr lediglich ein paar alte Schlüssel und/oder Nägel ein bis zwei Wochen in ein Marmeladenglas mit Wasser geben. Was ihr mit diesem Wasser für einen Effekt erzielen könnt, zeige ich euch im nächsten Beitrag.

Holzkugeln Sojamilchbad!

Auch in diesem Winter möchte ich mich dem Färben mit Pflanzen widmen. Dieses Thema begeistert mich nach wie vor und ich werde weiter experimentieren. Anfang 2017 habe ich das e-Book von Rebecca Desnos „Botanical Colour at Your Fingertips“  und das Buch „Natürlich Färben mit Pflanzen“ (19) mit Begeisterung gelesen und einiges ausprobiert.

Allerdings ging es, auch bei meiner Recherche im Internet, meist nur um das Thema Wolle- oder Seide-Färben. Ich wollte aber gerne Baumwolle und Holzperlen färben. Davon stand nirgends etwas. Warum, konnte ich mir nicht erklären, heute bin ich jedoch schlauer.

Wolle und Seide sind tierische Produkte und ihre Fasern bestehen aus Eiweiß. Diese lassen sich wesentlich einfacher Färben als die Zellulose-Fasern von Baumwolle und Holz. Flachs und Hanf lässt sich wohl noch schwerer färben, allerdings habe ich dies noch nicht ausprobiert.

Einige meiner Holzperlen-Färbe-Versuche habe ich euch ja schon gezeigt, seht euch einfach mal unter der Kategorie „Färben“ ein wenig um. Über den Sommer hin, habe ich festgestellt, das viele Farben bei Sonnenbestrahlung sehr schnell verblassen. Daher werde ich weiter experimentieren. Passend dazu hat Rebecca Desnos just vor einer Woche folgendes e-Book zum Thema rausgebracht: „Botanical Dyes on Wood“.

Rebecca beschreibt dort ihre Erfahrungen beim Färben von Holz und erklärt genau wie sie es macht. Das Färben mit Blüten, Blättern, Rinden und Wurzeln ist nicht schwer, jedoch selten reproduzierbar. Es gibt einige wenige Dinge zu beachten, der Rest bleibt einfach spannend!!!

Am Anfang eines jeden Färbeprozesses steht…   die Geduld. Warum?

Um die Aufnahme der Farbe (egal bei welchen Fasern) zu intensivieren, wird das Färbegut in Regel im Vorfeld gebeizt. Dies braucht etwas Vorbereitung und vor allen Dingen Zeit.In meinem Blogbericht über das Beizen habe ich einige Beizmittel aufgelistet. In beiden e-Books von Rebecca Desnos beschreibt sie, dass sie nur mit Sojamilch ihre Stoffe, die Wolle und jetzt neu auch ihre Holzperlen beizt. Das ist ganz einfach, du musst das Färbegut einfach in (sehr) verdünnter Sojamilch ca. 1 Tag einweichen. Wie oben beschrieben, hält die Pflanzenfarbe besser auf eiweißhaltigen Fasern. Mit der Sojamilch werden die Zellulosefasern mit Eiweiß quasi umschlossen. Das Färbegut sollte dann einige Tage „ruhen“.

In dieser Zeit kannst du deine Färbeflotten erstellen. Ich habe mich an die Anweisungen von Rebecca gehalten und es mit folgenden Pflanzen ausprobiert:

Mit Pflanzen färben – Misserfolge und Verbesserungsbedarf

Nicht verpassen möchte ich, euch zu berichten, was bei meinen Färbeversuchen mit Pflanzen nicht so gut gelaufen ist bzw. wo Verbesserungsbedarf besteht.

Schimmel

Auf dem obigen Beitragsbild seht ihr, was passiert, wenn man die Färbeflotte aufheben will und nicht in den Kühlschrank stellt. Es entsteht sehr schnell Schimmel… Wie gut, dass es keine Geruchsbilder gibt. Den Geruch beim Deckelöffnen des Rotkraut-Glases…

Malveblüten

Das Färben mit Blüten ist eher schwierig, besonders mit solchen, die das Erwärmen nicht so gut vertragen. Hierzu zählt ganz eindeutig die Malve, schaut selbst: Auf dem linken Bild habe ich die Blüten frisch ins Wasser gegeben, auf dem rechten Bild ist die Farbe kurz nach dem Aufkochen komplett verschwunden.

Temperatur

In der Literatur  wird oft angegeben, dass das Färbegut ca. 1 Stunde bei gleichbleibender Temperatur von 80 Grad Celsius in der Färbeflotte liegen soll. Das ist bei einem Gasherd leider nicht machbar, selbst bei der allerkleinsten Stufe.

Topfgröße

Beim Färben von Stoff oder Wolle ist es sehr wichtig, dass das Färbegut ganz locker in der Färbeflotte liegt, sonst ist das Färbeergebnis sehr ungleichmäßig und fleckig. Hierzu benötigt ihr möglichst große (Edelstahl-) Töpfe. Und da diese im Anschluss nicht mehr zum Kochen geeignet sind, solltet ihr vorher mal rumfragen, wer große Töpfe (auch rostige sind sehr gut) abzugeben hat.

Geruch und Flecken

Beim Färben (beispielsweise) mit Brennessel oder mit Krappwurzeln sollte möglichst im Freien stattfinden, da doch sehr unangenehme Gerüche oder beim Färben sehr schlecht entfernbare Flecken entstehen können.

weitere Artikel zu diesem Thema:

Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit  – Erlenzapfen und Krapp –

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Färben mit Pflanzen – Ergebnisse

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Meine Färbe – Experimente beschäftigen mich nach wie vor und ich habe auch noch viele Ideen. Wenn ich zu Hause bin, stehen oft ein oder auch zwei Töpfe auf dem Herd und brodeln vor sich hin. Im Netz wird zur Zeit sehr viel mit Avocado – Schalen und Kernen gefärbt. Klar, dass ich das dann auch mal ausprobieren wollte. Weiterlesen

Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Das Färben mit Pflanzen ist ein sehr altes, aber auch heute noch spannendes Thema. Bevor es im 19. Jahrhundert gelang, Farbstoffe synthetisch herzustellen, spielten pflanzliche Farbstoffe eine wichtige Rolle beim Färben von Geweben. Farbstoffe waren auch ein z.T. sehr wichtiges und kostbares Handelsgut. Im Mittelalter begann man in Europa, Färberpflanzen auf Feldern anzubauen. Die Farbgewinnung und -verarbeitung folgte dabei strengen Regeln, die durch die Handwerkszünfte aufgestellt und kontrolliert wurden.

Viele Kinder und somit auch viele Erwachsene werden schon mit Pflanzen gefärbt haben – nämlich beim Ostereierfärben. Eier lassen sich sehr gut und vor allen Dingen natürlich mit Rotkraut/Blaukraut, Brennessel oder Zwiebelschalen färben.

Es gibt zahlreiche Bücher über das Färben mit Pflanzen. Das schönste Buch was ich bislang zu diesem Thema gefunden habe, ist das eBook von Rebecca Desnos. Sie beschreibt ihre Färbeversuche so begeistert und sie hat so tolle Bilder gemacht, ich habe mir das eBook schon mehrfach durchgeblättert. Falls ihr auf Instagramm unterwegs seid, schaut euch mal unter „rebeccadesnos“ die wunderschönen Fotos an. Die beiden anderen Bücher „Meine – Pflanzenmanufaktur“ und „Natürlich Färben mit Pflanzen“, die ich mir gekauft habe, sind auch sehr lesenswert (und auf Deutsch). Da das Ergebnis beim Färben mit Pflanzen von so vielen Faktoren abhängt, ist das Experimentieren das eigentlich Tolle an dieser Tätigkeit.

Ich habe in den vergangen Winterwochen einige Färbeversuche mit den jetzt vorhanden Pflanzen gestartet und werde euch immer mal wieder davon berichten.

Beinwellwurzel

Ich hatte noch getrocknete, kleingeshredderte (im Thermomix) Beinwell-Wurzeln auf der Fensterbank liegen. Also dachte ich mir, probiere ich es doch einfach mal damit.

Wichtig ist, dass ihr alte Töpfe (ihr seht, meiner ist echt uralt – im Keller entdeckt) nehmt!!! Sie sind nämlich danach nicht mehr zum Kochen geeignet. Ich habe die Wurzelstückchen ungefähr eine Stunde gekocht. Je nachdem wie groß der Topf ist, müsst ihr immer mal wieder Wasser auffüllen, daher nicht zu weit weggehen ;). Dann habe ich die Holzkugeln dazu gegeben und nochmal eine Weile weitergekocht.  Zum Abschluss lasst ihr das Ganze ca. 24 Stunden ziehen.

Farbe: helles dunkelbraun (ja, tatsächlich!). Allerdings ist die Farbe nicht sehr intensiv.

Fazit: naja! Vielleicht noch einmal mit mehr Beinwell testen.