Schlagwort: Malve

Mit Pflanzen färben – Misserfolge und Verbesserungsbedarf

Nicht verpassen möchte ich, euch zu berichten, was bei meinen Färbeversuchen mit Pflanzen nicht so gut gelaufen ist bzw. wo Verbesserungsbedarf besteht.

Schimmel

Auf dem obigen Beitragsbild seht ihr, was passiert, wenn man die Färbeflotte aufheben will und nicht in den Kühlschrank stellt. Es entsteht sehr schnell Schimmel… Wie gut, dass es keine Geruchsbilder gibt. Den Geruch beim Deckelöffnen des Rotkraut-Glases…

Malveblüten

Das Färben mit Blüten ist eher schwierig, besonders mit solchen, die das Erwärmen nicht so gut vertragen. Hierzu zählt ganz eindeutig die Malve, schaut selbst: Auf dem linken Bild habe ich die Blüten frisch ins Wasser gegeben, auf dem rechten Bild ist die Farbe kurz nach dem Aufkochen komplett verschwunden.

Temperatur

In der Literatur  wird oft angegeben, dass das Färbegut ca. 1 Stunde bei gleichbleibender Temperatur von 80 Grad Celsius in der Färbeflotte liegen soll. Das ist bei einem Gasherd leider nicht machbar, selbst bei der allerkleinsten Stufe.

Topfgröße

Beim Färben von Stoff oder Wolle ist es sehr wichtig, dass das Färbegut ganz locker in der Färbeflotte liegt, sonst ist das Färbeergebnis sehr ungleichmäßig und fleckig. Hierzu benötigt ihr möglichst große (Edelstahl-) Töpfe. Und da diese im Anschluss nicht mehr zum Kochen geeignet sind, solltet ihr vorher mal rumfragen, wer große Töpfe (auch rostige sind sehr gut) abzugeben hat.

Geruch und Flecken

Beim Färben (beispielsweise) mit Brennessel oder mit Krappwurzeln sollte möglichst im Freien stattfinden, da doch sehr unangenehme Gerüche oder beim Färben sehr schlecht entfernbare Flecken entstehen können.

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Färben mit Pflanzen – Ergebnisse

Färben mit Pflanzen – Ergebnisse

Das Färben mit Pflanzen, Blüten und Wurzeln ist sehr spannend, da es kaum möglich ist das Ergebnis zu reproduzieren. Die Farben werden je nachdem welches Färbegut (Wolle, Baumwolle, Seide, Leinen, Holz) ihr nehmt und wie lange ihr es in der Färbeflotte lasst, immer wieder ein klein wenig anders. Gefärbt habe ich bislang mit Kurkuma (frisch und Pulver), Brennessel (getrocknet), Zwiebelschalen, Erlenzapfen, Weißdornfrüchten (getrocknet), Krapp (Pulver), Granatapfel (Schale), Rotkraut (frisch), Cochenille, Löwenzahnblätter (Pulver), Malve, Beinwellwurzel, Avocado (Schale und Kern).

Hier ein paar erste Bilder meiner Ergebnisse. Gefärbt habe ich bislang hauptsächlich Holzkugeln. Diese habe ich inzwischen mit einem Wachs-Öl-Gemisch behandelt, das Rezept hierzu gibt es in den nächsten Tagen.

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Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Das Färben mit Pflanzen ist ein sehr altes, aber auch heute noch spannendes Thema. Bevor es im 19. Jahrhundert gelang, Farbstoffe synthetisch herzustellen, spielten pflanzliche Farbstoffe eine wichtige Rolle beim Färben von Geweben. Farbstoffe waren auch ein z.T. sehr wichtiges und kostbares Handelsgut. Im Mittelalter begann man in Europa, Färberpflanzen auf Feldern anzubauen. Die Farbgewinnung und -verarbeitung folgte dabei strengen Regeln, die durch die Handwerkszünfte aufgestellt und kontrolliert wurden.

Viele Kinder und somit auch viele Erwachsene werden schon mit Pflanzen gefärbt haben – nämlich beim Ostereierfärben. Eier lassen sich sehr gut und vor allen Dingen natürlich mit Rotkraut/Blaukraut, Brennessel oder Zwiebelschalen färben.

Es gibt zahlreiche Bücher über das Färben mit Pflanzen. Das schönste Buch was ich bislang zu diesem Thema gefunden habe, ist das eBook von Rebecca Desnos. Sie beschreibt ihre Färbeversuche so begeistert und sie hat so tolle Bilder gemacht, ich habe mir das eBook schon mehrfach durchgeblättert. Falls ihr auf Instagramm unterwegs seid, schaut euch mal unter „rebeccadesnos“ die wunderschönen Fotos an. Die beiden anderen Bücher „Meine – Pflanzenmanufaktur“ und „Natürlich Färben mit Pflanzen“, die ich mir gekauft habe, sind auch sehr lesenswert (und auf Deutsch). Da das Ergebnis beim Färben mit Pflanzen von so vielen Faktoren abhängt, ist das Experimentieren das eigentlich Tolle an dieser Tätigkeit.

Ich habe in den vergangen Winterwochen einige Färbeversuche mit den jetzt vorhanden Pflanzen gestartet und werde euch immer mal wieder davon berichten.

Beinwellwurzel

Ich hatte noch getrocknete, kleingeshredderte (im Thermomix) Beinwell-Wurzeln auf der Fensterbank liegen. Also dachte ich mir, probiere ich es doch einfach mal damit.

Wichtig ist, dass ihr alte Töpfe (ihr seht, meiner ist echt uralt – im Keller entdeckt) nehmt!!! Sie sind nämlich danach nicht mehr zum Kochen geeignet. Ich habe die Wurzelstückchen ungefähr eine Stunde gekocht. Je nachdem wie groß der Topf ist, müsst ihr immer mal wieder Wasser auffüllen, daher nicht zu weit weggehen ;). Dann habe ich die Holzkugeln dazu gegeben und nochmal eine Weile weitergekocht.  Zum Abschluss lasst ihr das Ganze ca. 24 Stunden ziehen.

Farbe: helles dunkelbraun (ja, tatsächlich!). Allerdings ist die Farbe nicht sehr intensiv.

Fazit: naja! Vielleicht noch einmal mit mehr Beinwell testen.

Tee – heiß oder kalt?

Tees sind wohl die häufigste Zubereitung aus Heilkräutern. Man kann sie sowohl mit frischen oder getrockneten Kräutern, Früchten als auch mit Rinden und Wurzeln zubereiten.

Das Wasser löst die Inhaltsstoffe aus den Pflanzen. Je nach Pflanze (auch Droge genannt) wird der Tee unterschiedlich zubereitet:

Am häufigsten wird heißes/kochendes Wasser auf die Droge gegossen und je nach Inhaltsstoffen oder Mischung muss der Tee unterschiedlich lang ziehen, meistens 5 bis 10 Minuten. Das nennt man Infus. Weiterlesen