Schlagwort: Sojamilch

Färben – Malen mit Sojamilch

In meinem Bericht „Kein Beizen mit Sojamilch“ habe ich beschrieben, dass das Benetzen vom Färbegut (egal ob Baumwolle, Wolle oder Holzkugeln) mit verdünnter Sojamilch die Farbaufnahme deutlich verbessert. Ihr solltet den Stoff einige Tage ruhen lassen bevor ihn färbt. Ich habe es nach dieser Anleitung von Rebecca Desnos (*klick*) versucht.

Nach gut einer Woche habe ich die Stoffe mit Tee (schwarz), Avocado und Eukalyptus + Eisenwasser gefärbt. Die Farbunterschschiede sind in echt etwas deutlicher als auf dem folgenden Bild. Insbesondere der graue Stoff hat es mir angetan. Die Versuche gehen weiter…

Färben mit Pflanzen – Kein Beizen mit Sojamilch –

Ich habe die freien Tage genutzt, mich noch intensiver mit dem „Färben mit Pflanzen“ zu beschäftigen. Ich habe euch ja schon berichtet, dass ich die beiden e-Books von Rebecca Desnos mit Begeisterung gelesen und ihre Anleitungen getestet habe. Allerdings kam mir die Bezeichnung „Beizen mit Sojamilch“ schon gleich etwas irreführend vor. Leider findet man in der Literatur und im Internet über das Färben von Stoffen mit Pflanzenzellen wie Baumwolle, Holz oder Leinen sehr wenig. Lediglich bei der Pflanzenfarben-Expertin Ulrike Bogdan „nemo ignorat“ bin ich diesbezüglich fündig geworden. Sie beschreibt das Vorbehandeln vor dem Färben mit Sojamilch als sogenannte „Verlackung“. Die Pflanzenzellen/Zellulosezellen“ werden mit der Sojamilch beaufschlagt. Es findet (natürlich) kein wirklich chemischer Prozess wie beim tatsächlichen Beizen statt. Interessant fand ich ihre Beschreibung, dass das Färbegut nach dem Benetzen mit eiweißhaltiger Milch und dem anschließenden Färben bis zu 12 Monate braucht, um auszuhärten!!! Wie ich schon im letzten Beitrag beschrieben habe, fordert das Färben mit Pflanzen die Geduld heraus.

Holzkugeln Sojamilchbad!

Auch in diesem Winter möchte ich mich dem Färben mit Pflanzen widmen. Dieses Thema begeistert mich nach wie vor und ich werde weiter experimentieren. Anfang 2017 habe ich das e-Book von Rebecca Desnos „Botanical Colour at Your Fingertips“  und das Buch „Natürlich Färben mit Pflanzen“ (19) mit Begeisterung gelesen und einiges ausprobiert.

Allerdings ging es, auch bei meiner Recherche im Internet, meist nur um das Thema Wolle- oder Seide-Färben. Ich wollte aber gerne Baumwolle und Holzperlen färben. Davon stand nirgends etwas. Warum, konnte ich mir nicht erklären, heute bin ich jedoch schlauer.

Wolle und Seide sind tierische Produkte und ihre Fasern bestehen aus Eiweiß. Diese lassen sich wesentlich einfacher Färben als die Zellulose-Fasern von Baumwolle und Holz. Flachs und Hanf lässt sich wohl noch schwerer färben, allerdings habe ich dies noch nicht ausprobiert.

Einige meiner Holzperlen-Färbe-Versuche habe ich euch ja schon gezeigt, seht euch einfach mal unter der Kategorie „Färben“ ein wenig um. Über den Sommer hin, habe ich festgestellt, das viele Farben bei Sonnenbestrahlung sehr schnell verblassen. Daher werde ich weiter experimentieren. Passend dazu hat Rebecca Desnos just vor einer Woche folgendes e-Book zum Thema rausgebracht: „Botanical Dyes on Wood“.

Rebecca beschreibt dort ihre Erfahrungen beim Färben von Holz und erklärt genau wie sie es macht. Das Färben mit Blüten, Blättern, Rinden und Wurzeln ist nicht schwer, jedoch selten reproduzierbar. Es gibt einige wenige Dinge zu beachten, der Rest bleibt einfach spannend!!!

Am Anfang eines jeden Färbeprozesses steht…   die Geduld. Warum?

Um die Aufnahme der Farbe (egal bei welchen Fasern) zu intensivieren, wird das Färbegut in Regel im Vorfeld gebeizt. Dies braucht etwas Vorbereitung und vor allen Dingen Zeit.In meinem Blogbericht über das Beizen habe ich einige Beizmittel aufgelistet. In beiden e-Books von Rebecca Desnos beschreibt sie, dass sie nur mit Sojamilch ihre Stoffe, die Wolle und jetzt neu auch ihre Holzperlen beizt. Das ist ganz einfach, du musst das Färbegut einfach in (sehr) verdünnter Sojamilch ca. 1 Tag einweichen. Wie oben beschrieben, hält die Pflanzenfarbe besser auf eiweißhaltigen Fasern. Mit der Sojamilch werden die Zellulosefasern mit Eiweiß quasi umschlossen. Das Färbegut sollte dann einige Tage „ruhen“.

In dieser Zeit kannst du deine Färbeflotten erstellen. Ich habe mich an die Anweisungen von Rebecca gehalten und es mit folgenden Pflanzen ausprobiert:

Färben mit Pflanzen – Ergebnisse

Das Färben mit Pflanzen, Blüten und Wurzeln ist sehr spannend, da es kaum möglich ist das Ergebnis zu reproduzieren. Die Farben werden je nachdem welches Färbegut (Wolle, Baumwolle, Seide, Leinen, Holz) ihr nehmt und wie lange ihr es in der Färbeflotte lasst, immer wieder ein klein wenig anders. Gefärbt habe ich bislang mit Kurkuma (frisch und Pulver), Brennessel (getrocknet), Zwiebelschalen, Erlenzapfen, Weißdornfrüchten (getrocknet), Krapp (Pulver), Granatapfel (Schale), Rotkraut (frisch), Cochenille, Löwenzahnblätter (Pulver), Malve, Beinwellwurzel, Avocado (Schale und Kern).

Hier ein paar erste Bilder meiner Ergebnisse. Gefärbt habe ich bislang hauptsächlich Holzkugeln. Diese habe ich inzwischen mit einem Wachs-Öl-Gemisch behandelt, das Rezept hierzu gibt es in den nächsten Tagen.

weitere Artikel zu diesem Thema:

Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit  – Erlenzapfen und Krapp –

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Meine Färbe – Experimente beschäftigen mich nach wie vor und ich habe auch noch viele Ideen. Wenn ich zu Hause bin, stehen oft ein oder auch zwei Töpfe auf dem Herd und brodeln vor sich hin. Im Netz wird zur Zeit sehr viel mit Avocado – Schalen und Kernen gefärbt. Klar, dass ich das dann auch mal ausprobieren wollte. Weiterlesen

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Meinen Färbeversuch mit Beinwell habe ich ja schon beschrieben. Wenn ihr Wolle oder Textilien färben möchtet, solltet ihr den Stoff vorher beizen.

Durch das Beizen nimmt der Stoff die Pflanzenfarbe besser an. Die Farben werden satter und halten sich besser.  Erst nach dem Beizen wird das Färbegut in die einzelnen Farben gegeben. Grundsätzlich sollte der Stoff, das Gewebe oder die Wolle sauber sein bevor ihr es beizt.

Beizen hört sich chemischer an als es ist. Folgende Beizen sind in der Literatur angegeben:

Alaun: Zur Gewinnung des gewöhnlichen Kalialauns wird schwach gebrannter, möglichst eisenfreier Ton mit 50 %iger Schwefelsäure in der Wärme behandelt. Dabei bildet sich unter Abscheidung von Kieselsäure ein Bestandteil des Alauns: Aluminiumsulfat, früher auch schwefelsaure Tonerde genannt. Nach dem Verdünnen mit Wasser und Entfernen des unlöslichen Rückstandes, der Kieselsäure, wird Kaliumsulfat hinzugesetzt, und das sich dabei als feines Pulver abscheidende »Alaunmehl« durch Umkristallisieren aus heißem Wasser gereinigt und in große Kristalle verwandelt. Quelle: chemie.de

Pottasche: Der Name Pottasche stammt von der alten Methode zur Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Pflanzenasche (meist Holzasche).

Weinstein: Weinstein ist ein Trivialname für Salze der Weinsäure. Sichtbar wird Weinstein bei der Lagerung von Wein oder Traubensaft, wo er auskristallisiert und sich vorwiegend am Boden des Gefäßes absetzt.

Soda ist Natriumcarbonat

Soja: Rebecca Desnos verwendet fast ausschließlich Soja als Beizmittel. Sie stellt die Sojamilch entweder selbst aus Sojabohnen her oder verwendet gekaufte (ungezuckerte) Sojamilch.

Ursula Stumpf hat ihn ihrem Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“  folgendes Rezept zum Beizen empfohlen:

„Um den Einsatz von Chemie möglichst gering zu halten, ist eine Mischung von gleichen Teilen Alaun, Soda, Weinstein und Pottasche empfehlenswert, zum Beispiel je 5 g für 100 g Stoff. Für die Beize empfiehlt sich eine etwa 15 % Lösung.“

Das habe ich ausprobiert.

Mischt die genannten Beizmittel miteinander und löst sie in ca. 2 Liter Wasser auf. Gebt den angefeuchteten Stoff oder die Wolle in das Wasser und bringt das Ganze ganz langsam (innerhalb einer Stunde) zum Kochen. Nun muss das Ganze eine weitere Stunde köcheln.

Dann lasst ihr den Topf über Nacht erkalten. Dann ist das gebeizte Material bereit zum Färben. Das Beizen mit Sojamilch beschreibe ich euch zu einem späteren Zeitpunkt.