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Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Meinen Färbeversuch mit Beinwell habe ich ja schon beschrieben. Wenn ihr Wolle oder Textilien färben möchtet, solltet ihr den Stoff vorher beizen.

Durch das Beizen nimmt der Stoff die Pflanzenfarbe besser an. Die Farben werden satter und halten sich besser.  Erst nach dem Beizen wird das Färbegut in die einzelnen Farben gegeben. Grundsätzlich sollte der Stoff, das Gewebe oder die Wolle sauber sein bevor ihr es beizt.

Beizen hört sich chemischer an als es ist. Folgende Beizen sind in der Literatur angegeben:

Alaun: Zur Gewinnung des gewöhnlichen Kalialauns wird schwach gebrannter, möglichst eisenfreier Ton mit 50 %iger Schwefelsäure in der Wärme behandelt. Dabei bildet sich unter Abscheidung von Kieselsäure ein Bestandteil des Alauns: Aluminiumsulfat, früher auch schwefelsaure Tonerde genannt. Nach dem Verdünnen mit Wasser und Entfernen des unlöslichen Rückstandes, der Kieselsäure, wird Kaliumsulfat hinzugesetzt, und das sich dabei als feines Pulver abscheidende »Alaunmehl« durch Umkristallisieren aus heißem Wasser gereinigt und in große Kristalle verwandelt. Quelle: chemie.de

Pottasche: Der Name Pottasche stammt von der alten Methode zur Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Pflanzenasche (meist Holzasche).

Weinstein: Weinstein ist ein Trivialname für Salze der Weinsäure. Sichtbar wird Weinstein bei der Lagerung von Wein oder Traubensaft, wo er auskristallisiert und sich vorwiegend am Boden des Gefäßes absetzt.

Soda ist Natriumcarbonat

Soja: Rebecca Desnos verwendet fast ausschließlich Soja als Beizmittel. Sie stellt die Sojamilch entweder selbst aus Sojabohnen her oder verwendet gekaufte (ungezuckerte) Sojamilch.

Ursula Stumpf hat ihn ihrem Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“  folgendes Rezept zum Beizen empfohlen:

„Um den Einsatz von Chemie möglichst gering zu halten, ist eine Mischung von gleichen Teilen Alaun, Soda, Weinstein und Pottasche empfehlenswert, zum Beispiel je 5 g für 100 g Stoff. Für die Beize empfiehlt sich eine etwa 15 % Lösung.“

Das habe ich ausprobiert.

Mischt die genannten Beizmittel miteinander und löst sie in ca. 2 Liter Wasser auf. Gebt den angefeuchteten Stoff oder die Wolle in das Wasser und bringt das Ganze ganz langsam (innerhalb einer Stunde) zum Kochen. Nun muss das Ganze eine weitere Stunde köcheln.

Dann lasst ihr den Topf über Nacht erkalten. Dann ist das gebeizte Material bereit zum Färben. Das Beizen mit Sojamilch beschreibe ich euch zu einem späteren Zeitpunkt.