FREITAGS GRÜN Führung

Am 17. Juli 2019 ab 17 Uhr suchen wir die Heilkräuter des Hochsommers und schauen was nach dem Mähen der Wiesen noch einmal erblüht ist.

Am 06. September 2019 ab 17 Uhr geht es um die Wilden Herbstboten und Essbare Samen.

Seid gespannt!

Spitzwegerich

Name – Botanischer Name Familie
Spitzwegerich – Plantago Lanceolata Wegerichgewächse – Plantaginaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Schleimstoffe, Bitterstoffe, Saponine, Kieselsäure (mehr als 1 %), Mineralstoffe (Zink, Kalium), viel Vitamin C und B, antibiotikaähnlicher Stoff Aucubin Man kann Spitzwegerich den ganzen Sommer über ernten. Es ist aber besser, die frischen Blätter vor der Blüte (etwa im Mai) zu ernten. Frisch ist er wirksamer, darum wurde der Spitzwegerich früher als sog. „Erdkammersirup“ angesetzt. Dabei gehen die Stoffe, die die Selbstheilungskräfte stärken, nicht verloren, wie es beim Trocknen der Fall ist. Zum Trocknen werden die Blätter klein geschnitten und rasch an einem luftigen Ort getrocknet
Wirkweise / Anwendung Botanik
Stärkung des Immunsystems, Husten- und Erkältungsmittel, Entzündungen im Mund- und Rachen, Magenschleimhaut-entzündung, Reizdarm und entzündliche Erkrankungen der Harnwege innerlich, dabei ergänzen sich reizlindernde, adstringierende, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen.   Verletzungen, Hautentzündungen, Verbrennungen, Schwellungen und Insektenstichen äußerlich. Trockene Wiesen, Weg- und Ackerränder   50 cm hohe Pflanze, schmale lanzettförmige Blätter in grundständiger Rosette, Blätter stehen mehr nach oben, Blüten in kurzer kolbenartigen Ähre, Stängel gefurcht, Blätter haben deutlich sichtbare Längsrippen  
Zubereitung Sonstiges
Blätter: „Erdkammersirup“, siehe rechts. Täglich einige frische Blättchen gekaut oder als Tee zubereitet, bringt die Lebensenergie zurück. Frische Blätter können sozusagen als „Pflaster“ (ganz oder als Brei zerdrückt) bei Verletzungen dienen. Hervorragendes Mittel bei Insektenstichen, hilft gegen die Schwellung und den Juckreiz, es wird entweder der Saft aus den frischen Blättern aufgetupft oder als Tinktur aufgetragen. Die zarten Blätter, längs zur Faser geschnitten, können als Grundlage für Salate und Gemüse dienen. Verreibung Blüten: Die frischen zarten Blüten kann man knabbern oder dünsten. Samen: „Flohsamen“ hilft bei Verstopfung Wurzel: Die von Oktober bis April zu erntende Wurzel ist feinästig, muss sorgfältig gewaschen werden. Zu verwenden mit anderem Gemüse. Erdkammersirup: In ein Schraubdeckelglas ca. 1 cm frisch geschnittene Blätter schichten, dünnflüssigen Honig oder Zucker darüber gießen, sodass alles gut bedeckt ist. So schichtweise verfahren, bis das Glas voll ist. Alle Blätter müssen mit Honig/Zucker bedeckt sein. Das Glas mit Pergamentpapier und Draht verschließen und ca. 50 cm in der Erde vergraben. Stelle markieren! Nach 3 Monaten wird der entstandene Sirup ausgepresst und abgefüllt.   Kommission E: Positivmonografie (Atemwegsbeschwerden)  

Gute – Laune – Wein

Je eine Handvoll Schlüsselblumen, Gänseblümchen und Veilchen in einen Topf geben und mit einer Flasche gutem Bio-Weißwein zum Sieden bringen. Bevor die Mischung zu kochen beginnt, die Hitze abschalten und 10 Minuten ziehen lassen. In Glasflaschen abfiltern und kühl stellen (ca. 4 Wochen haltbar).

Um das Stimmungstief der langen grauen Wintermonate hinter sich zu lassen, trinken sie mittags und abends ein Likörgläschen davon – das beflügelt und lässt wieder Freude für die schönen Dinge des Lebens aufkommen.

Ursel Bühring

Rezept aus dem Buch „Alles über Heilpflanzen“ (4) von Ursel Bühring

Schöllkraut

Name – Botanischer Name Familie
Schöllkraut – Chelidonium majus L. Mohngewächse – Papaceraceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Das Schöllkraut enthält eine Reihe von Alkaloiden, von denen über 20 isoliert und chemisch identifiziert wurden. Die wichtigsten sind Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Chelidoxanthin und Sanguinarin und verschiedener Pflanzensäuren. Der Milchsaft der Pflanze enthält Eiweiß spaltende Enzyme. Die zur Blütezeit gesammelten, getrockneten oberirdischen Teile der Pflanze.
Wirkweise Anwendung
Die Alkaloide wirken krampflösend, schwach schmerzstillend und beruhigend, sodass das Kraut bei gestörter Funktion der Gallenblase und -wege sowie bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verwendet werden kann. Der frische Pflanzensaft wird bei der Warzenbehandlung empfohlen. Pflanzensaft: Äußerliche Wirkung gegen Warzen. Der ätzende gelbe Saft wirkt stark hautreizend und löst, täglich aufgetragen, Warzen, Hühneraugen und Schwielen auf. Kraut: Tee oder Tinktur

Scharbockskraut

Name – Botanischer Name Familie
Scharbockskraut – Ranunculus ficaria Hahnenfußgewächse – Ranunculaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Vitamin C, Saponine, Ranunculin und dessen Abbauprodukte Blätter: Anfang März bis Ende Mai bzw. bis zur Blüte Hinweis: Wegen des enthaltenen Protoanemonins sollte keine großen Mengen gegessen werden und die Blätter sollen nur bis zur Blüte gegessen werden.  
Wirkweise Botanik
In der Hausapotheke keine Anwendung! Das Scharbockskraut, auch Feigwurz genannt, wächst an Wiesenrändern, in schattigen Parks und in kühlen und feuchten Wäldern und in Gebüschen. Es bildet oft ganze Kolonien. Die Blätter sind fleischig, herzförmig, glänzend und langstielig. Die Blüte, ein leuchtend goldgelber Stern aus sechs bis zwölf spitz zulaufenden Kronblättern zeigt sich im April. Manchmal hat das Blatt einen grünen länglichen, dunklen Fleck.
Zubereitung Sonstiges
Blätter: Von März bis April werden die jungen, glänzenden Blätter gerne in Kräuterkäse, Salat Bratlinge, Kräuteröl und -essig und Salatsaucen gegeben. Scharbockskraut wurde früher wegen des hohen Vitamin C-Gehaltes bei Skorbut (Scharbock) und Frühjahrsmüdigkeit gegessen.    

Lerchensporn

Name – Botanischer Name Familie
Lerchensporne – Corydalis – GIFTPFLANZE – Mohngewächse – Papaveraceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Botanik
Die ganze Pflanze ist giftig aufgrund ihres Alkaloidgehaltes Blüht im März – Mai; Ausdauernde Staude; Blüten weiß bis purpurrot. Wurzelstock knollig, bald hohl werdend; Stängel aufrecht mit meist 2 lang gestielten Blättern, diese oberseits blaugrün, unten weißlich grün; Trauben mit 10 – 20 lang gespornten Blüten und ganzrandigen Tragblättern

Gänseblümchen

Name – Botanischer Name Familie
Gänseblümchen – Bellis perennis Korbblütengewächse – Asteraceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Reich an Kalium, Calzium, Magnesium und Eisen, Vitamin A, B1, B2 und C. Blüte: ganzjährig, Hauptblütezeit März bis Mitte Juni
Wirkweise Botanik
Hauterkrankungen / Akne, Gänseblümchen wirken stoffwechselanregend, fördern die Blutbildung und unterstützen die ableitenden Harnwege. Auf Wiesen, Parkrasen und Weiden Blütenkörbchen innen gelb, außen weiß mit mehr oder weniger rosafarbenen Spitzen, bis zu 2 cm Durchmesser, an einem langen Stiel ohne Blätter. Blätter in einer Rosette am Boden, zungenförmig mit schmalem Ansatz, fein behaart, bis zu 6 cm lang.
Zubereitung Sonstiges
Blüten: Von März bis Juni eignen sich die noch nicht stark behaarten Blütenknospen des Gänseblümchens als Salatzutat. Weiter entwickelte Blütenknospen schmecken oft zu intensiv. Grundgeschmack nussig, erinnert an Feldsalat Falsche Kapern: Rezept siehe wildkraut-am-main.de Tee: aus den Blüten 10 Minuten ziehen lassen, gegen Husten, Gicht und Magenbeschwerden Auflagen: Tuch in o.g. Tee eintauchen und auf Ekzem auflegen. „Pickelstift“:  Gänseblümchensalbe:   Kommission E: Nullmonografie  

Ehrenpreis

Name – Botanischer Name Familie
Ehrenpreis, persischer – Veronica persica Wegerichgewächse – Plantaginaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Im blühenden Kraut: Ätherisches Öl, Harze, Kaffeesäurederivate, Gerb- und Bitterstoffe   Blüten: Februar bis September Blätter: zarte Blätter und Triebspitzen von März bis September
Wirkweise Botanik
Früher „Allerweltsheil“ genannt. Verdauungsfördernd regt Stoffwechsel an und hilft bei Atemwegsbeschwerden. Wird auch bei chronischen Hautkrankheiten als Teeauflage eingesetzt. Acker und Gartenunkrautgesellschaften Hauptblütezeit: Februar bis September Allen Ehrenpreisen ist gemein, dass sie blaue oder    rosa Blüten haben und mit vier Blütenblättern, die nicht gleich aussehen. Alle haben dunkelblaue, feine Adern auf den Blütenblättern  
Zubereitung Sonstiges
Tee, Blätter frisch oder getrocknet Blüten und Blätter: Dekoration im Salat; Geschmack herb aromatisch.   „Trinkt Ehrenpreis und Bibernell, dann sterbt ihr nicht so schnell“   Kommission E: ?  

Vogelmiere

Name – Botanischer Name Familie
Vogelmiere – Stellaria media Nelkengewächse – Caryophyllaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Calcium, Kalium, Eisen, Magnesium, Vitamin A und C, Vitamin B1, B2 und B3, Flavonoide, Saponine Die ganze Pflanze kann rund ums Jahr gesammelt werden.
Wirkweise Botanik
In der Volksheilkunde wurde die Pflanze bei Husten, Asthma und Lungenerkrankungen eingesetzt, außerdem zur Reinigung und Kräftigung des ganzen Organismus. Fast überall, aber eher an feuchten schattigen Stellen. Zierliches Kräutlein, wird 5-40 cm groß und bildet oft dichte Polster. Kleine sternförmige weiße Blüten, Blätter eiförmig mit einer Spitze, sitzen immer zu zweit gegenüber am Stängel. Wächst auch unter einer Schneeschicht.
Zubereitung Sonstiges
Kraut: Salat, Suppe oder wie Spinat zubereitet; Geschmack nach kräftig grünem Salat mit Maisnote. Tee: 2 EL frisches, kleingeschnittenes Kraut, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, bei Halsentzündung Verwechslungsgefahr mit dem schwach giftigen Acker-Gauchheil, wenn dieser nicht blüht. Er hat allerdings einen kantigen Stängel und blüht auffällig hellrot.

Taubnessel

Name – Botanischer Name Familie
Taubnessel – Lamium purpureum Lippenblütengewächse – Lamiaceae
Wichtigste Inhaltsstoffe Ernte
Kalium, Phosphor, Calcium, Bor, Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink und Schwefel, ätherisches Öl, Flavonoide   Blüten: März bis Oktober Blätter: Sammelzeit praktisch das ganze Jahr
Wirkweise Botanik
belebend, entzündungshemmend, wirksam gegen Bakterien, schleimhautschützend, blutstillend, verdauungsfördernd und harntreibend. An Wald- und Gebüschrändern Blätter sehen aus wie Brennnesseln, brennen aber nicht. Lippenblüten (weiß, gefleckt und) purpurrot.
Zubereitung Sonstiges
Blüten und Blätter: Dekoration im Salat, Suppen und Soßen; Geschmack aromatisch-würzig. Umschläge       Kommission E: