Kategorie: Handstück

Verwertung von Kräutern

Ich habe vor einiger Zeit meine getrockneten Kräuter neu sortiert. Zu Heilzwecken und als Tee solltest du deine Kräuter möglichst jährlich erneuern. Wurzeln und Rinden sind deutlich länger als ein Jahr haltbar. Wenn du deine Kräuter selbst sammelst, ergibt sich der Austausch ja von selbst. Die aussortierten „abgelaufenen“ Kräuter sind jedoch viel zu schade, um sie auf den Kompost zu geben. Ich verwende sie entweder zum Räuchern oder fülle Kräuterkissen damit.

In diesem Jahr habe ich erstmals größere Kissen (20 x 20 cm) genäht. Zum Thema Kräuterkissen und zur Herstellung habe ich 2018 schon einen Bericht verfasst habe. In die größeren Kissen habe ich nun neben den Kräutern auch Dinkelspelze und Zirbenholz gefüllt. Jetzt fühlt es sich an wie „richtige“ Kissen. Wenn der Gruch nachlässt, müsst ihr das Kissen einfach ein wenig zerknautschen und schon wird er wieder intensiver. Ich habe immer ein Kräuterkissen im Bett, es gibt allerdings auch Tage, da lege ich das Kissen weg, da ich das Aroma manchmal nicht mag. Welche Kräuter ich in diesem Jahr eingefüllt habe, kann ich euch gar nicht genau sagen, es waren aber viele. Ich empfehle euch allerdings Lavendel sparsam zu nutzen, da die Blüten das Aroma der anderen Kräuter zu sehr zurückdrängen.

Hier noch ein kleiner Tipp zum Füllen. Ich verwende ein kleines Stück Plastikrohr, damit geht es echt prima.

Außderdem habe ich noch zwei kleinere „Bettstroh – Kissen“ für werdende Mütter befüllt. Was es damit auf sich hat, könnt ihr in meinem Betrag „Für Mamas nach der Geburt – Frayas Kräuterkissen“ nachlesen.

Beinwell – Amulett

Ein Amulett ist ein tragbarer Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, mit denen er Glück bringen (energetische, sakramentale Wirkung) und vor Schaden schützen soll. (Quelle: Wikipedia)

Der Beinwell ist eine sehr starke Pflanze, im wahrsten Sinne des Wortes, er wurde im Volksmund auch „Knochenheiler“ genannt und auch genau dafür verwendet. Es ist fast unheimlich, aber wenn man die starken Wurzeln zerbricht, hört es sich tatsächlich so an als würde ein Knochen brechen. Die Wurzeln sind zuerst sehr schleimig und lassen sich gut klein schneiden oder raspeln. Nach einigen Tagen werden sie jedoch hart und lassen sich nicht mehr brechen. Früher wurden aus Scheiben der Wurzeln Amulette hergestellt, das habe ich auch ausprobiert. Schaut selbst: Weiterlesen

Holzwachs

Um die Holzkugeln, die ich mit den Pflanzenfarben gefärbt habe zu schützen bzw. zu verschönern, habe ich im Internet nach natürlichem Holzwachs gesucht und bin auf der Seite von schwatzkatz (klick*) fündig geworden. Und es funktioniert richtig gut.

Natürliches Holzwachs

2 Teile Pflanzenöl (ich habe Olivenöl genommen)

1 Teil Bienenwachsplättchen

5 Tropfen Teebaumöl (oder anderes ätherische Öl)

Bienenwachs im Wasserbad bei niedriger Temperatur schmelzen lassen, Teebaumöl zufügen und in ein Glas gießen. Fertig.

Da die Kugeln beim Färben längere Zeit im Färbebad liegen, nehmen sie das Wachsöl-Gemisch sehr gut an und durch das Teebaumöl riechen sie auch angenehm.

Färben mit Pflanzen – Ergebnisse

Das Färben mit Pflanzen, Blüten und Wurzeln ist sehr spannend, da es kaum möglich ist das Ergebnis zu reproduzieren. Die Farben werden je nachdem welches Färbegut (Wolle, Baumwolle, Seide, Leinen, Holz) ihr nehmt und wie lange ihr es in der Färbeflotte lasst, immer wieder ein klein wenig anders. Gefärbt habe ich bislang mit Kurkuma (frisch und Pulver), Brennessel (getrocknet), Zwiebelschalen, Erlenzapfen, Weißdornfrüchten (getrocknet), Krapp (Pulver), Granatapfel (Schale), Rotkraut (frisch), Cochenille, Löwenzahnblätter (Pulver), Malve, Beinwellwurzel, Avocado (Schale und Kern).

Hier ein paar erste Bilder meiner Ergebnisse. Gefärbt habe ich bislang hauptsächlich Holzkugeln. Diese habe ich inzwischen mit einem Wachs-Öl-Gemisch behandelt, das Rezept hierzu gibt es in den nächsten Tagen.

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Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit  – Erlenzapfen und Krapp –

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Sojamilch-Beize & Färben mit Avocados

Meine Färbe – Experimente beschäftigen mich nach wie vor und ich habe auch noch viele Ideen. Wenn ich zu Hause bin, stehen oft ein oder auch zwei Töpfe auf dem Herd und brodeln vor sich hin. Im Netz wird zur Zeit sehr viel mit Avocado – Schalen und Kernen gefärbt. Klar, dass ich das dann auch mal ausprobieren wollte. Weiterlesen

Färben mit – Erle und Krapp

Aus Wurzeln und Rinden entstehen die haltbarsten Färbeergebnisse, jedoch ist die Farbe fest gebunden und muss der Pflanze sozusagen entlockt werden.

Erle

Mit Erlenzapfen zu färben ist einfach. Man wirft die Zapfen ins Wasser kocht sie lange, ich habe sie 1,5 Stunden gekocht. Dann fischt man die Zapfen wieder raus und gibt das Färbegut hinein. (Vorsicht bei Wolle: Die Färbeflotte immer kalt werden lassen und nur vorsichtig erhitzen, sonst verfilzt die Wolle!). Wenn du rostige Nägel dazu gibst wird das Ergebnis wohl noch sehr viel dunkler, das werde ich noch ausprobieren.

Krapp

Krapp ist eine sehr alte Färberpflanze. Die Wurzeln der eher unscheinbaren Pflanze färbt ein Orangerot. Das Krapppulver habe ich mir bei KräuterSchulte bestellt. Der Färbevorgang war der gleiche wie oben beschrieben.

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Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit Pflanzen – Rotkraut oder Blaukraut?

Meine Experimente mit dem Färben mit Pflanzen werden fortgesetzt. Ich hatte noch einen etwas älteren (schon labbrigen (dieses Wort habe ich noch nie geschrieben, aber es passt so gut)) Rotkraut im Kühlschrank. Das Kraut wird in Streifen geschnitten und mit dem vorgebeizten Stoff (oder Wolle) in einem Topf geschichtet. Anschließend habe ich den Topf mit Wasser gefüllt und über Nacht stehen gelassen.

Am nächsten Tag habe ich das Ganze ca. 2 Stunden auf der kleinst möglichen Flamme (ja, ich habe einen Gasherd) köcheln lassen. Und, oh Wunder! Das Ergebnis war… blau.

Warum? In der WELT wird das in der Rubrik „Wissenschaft für Kinder“ erklärt! Sehr lesenswert (und das mit der Schürze umbinden kann ich nur empfehlen, da ich mir ein weißes T-Shirt ruiniert habe!). Vielleicht habt ihr auch Lust Rotkrautsaft als Indikator zu testen.

Mir gefällt meine blaue Farbe jedenfalls sehr gut, sie wirkt allerdings auf den Bildern nicht so schön wie in echt. Das Bild ganz oben ist übrigens von einer früheren Färbeaktion, da habe ich die Färbeflotte nicht so lange gekocht und die Holzkugeln sind eher lila.

   

Ich habe mir ein Glas Rotkrautsaft aufgehoben und werde ein paar weitere Experimente durchführen.

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Färben mit Pflanzen – Beinwell –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Färben mit Pflanzen – Das Beizen –

Meinen Färbeversuch mit Beinwell habe ich ja schon beschrieben. Wenn ihr Wolle oder Textilien färben möchtet, solltet ihr den Stoff vorher beizen.

Durch das Beizen nimmt der Stoff die Pflanzenfarbe besser an. Die Farben werden satter und halten sich besser.  Erst nach dem Beizen wird das Färbegut in die einzelnen Farben gegeben. Grundsätzlich sollte der Stoff, das Gewebe oder die Wolle sauber sein bevor ihr es beizt.

Beizen hört sich chemischer an als es ist. Folgende Beizen sind in der Literatur angegeben:

Alaun: Zur Gewinnung des gewöhnlichen Kalialauns wird schwach gebrannter, möglichst eisenfreier Ton mit 50 %iger Schwefelsäure in der Wärme behandelt. Dabei bildet sich unter Abscheidung von Kieselsäure ein Bestandteil des Alauns: Aluminiumsulfat, früher auch schwefelsaure Tonerde genannt. Nach dem Verdünnen mit Wasser und Entfernen des unlöslichen Rückstandes, der Kieselsäure, wird Kaliumsulfat hinzugesetzt, und das sich dabei als feines Pulver abscheidende »Alaunmehl« durch Umkristallisieren aus heißem Wasser gereinigt und in große Kristalle verwandelt. Quelle: chemie.de

Pottasche: Der Name Pottasche stammt von der alten Methode zur Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Pflanzenasche (meist Holzasche).

Weinstein: Weinstein ist ein Trivialname für Salze der Weinsäure. Sichtbar wird Weinstein bei der Lagerung von Wein oder Traubensaft, wo er auskristallisiert und sich vorwiegend am Boden des Gefäßes absetzt.

Soda ist Natriumcarbonat

Soja: Rebecca Desnos verwendet fast ausschließlich Soja als Beizmittel. Sie stellt die Sojamilch entweder selbst aus Sojabohnen her oder verwendet gekaufte (ungezuckerte) Sojamilch.

Ursula Stumpf hat ihn ihrem Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“  folgendes Rezept zum Beizen empfohlen:

„Um den Einsatz von Chemie möglichst gering zu halten, ist eine Mischung von gleichen Teilen Alaun, Soda, Weinstein und Pottasche empfehlenswert, zum Beispiel je 5 g für 100 g Stoff. Für die Beize empfiehlt sich eine etwa 15 % Lösung.“

Das habe ich ausprobiert.

Mischt die genannten Beizmittel miteinander und löst sie in ca. 2 Liter Wasser auf. Gebt den angefeuchteten Stoff oder die Wolle in das Wasser und bringt das Ganze ganz langsam (innerhalb einer Stunde) zum Kochen. Nun muss das Ganze eine weitere Stunde köcheln.

Dann lasst ihr den Topf über Nacht erkalten. Dann ist das gebeizte Material bereit zum Färben. Das Beizen mit Sojamilch beschreibe ich euch zu einem späteren Zeitpunkt.

Misserfolg beim Pflanzenpressen

Ich habe euch letzte Woche von meiner Neuanschaffung einer Pflanzenpresse berichtet! Leider ist der Versuch mit den Narzissen und Tulpen komplett misslungen. Ich bin nach der Anleitung auf der Seite von freshly pressed vorgegangen. Ich habe die Blumen in Backpapier eingeschlagen und gepresst. Nach einem Tag habe ich die Pflanzenpresse noch einmal geöffnet und geschaut, ob die Blumen richtig liegen. Dann habe ich eine Woche gewartet und das ist leider das Ergebnis: Weiterlesen